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Beim Wort genommen September 2026

Kennen Sie Fotoalbum-Momente? Also Momente, an die Sie sich erinnern können, z.B. weil es ein Bild dazu gibt? Vielleicht ein Foto, vielleicht auch nur einen Augenblick, den Sie in Ihrem Herzen oder Gedächtnis gespeichert haben, einen Geruch, ein Gefühl, ein Klang?

In meinem Leben sind diese Momente selten mit Pauken und Trompeten gekommen. Oft sind es Augenblicke zwischendrin, in denen die Zeit dicht und das Gefühl warm wird.

Neulich war ein solcher Moment. Ich saß nach einem fantastischen Abendessen bei selbstgemachter Pizza im Garten von ganz lieben und vertrauten Freunden, die ich lange nicht gesehen und gesprochen hatte. Erst als ich sie in die Arme geschlossen hatte, merkte ich, wie sehr ich mich freute, sie wieder zu sehen.

Satt also vom Essen ließ ich den Gartenstuhl nach hinten sinken und sah in den Abendhimmel mit Schäfchenwolken. Ein laues Lüftchen war zu spüren. In diesem Augenblick ist mir klar geworden, wie schön das sein kann, dieses Leben, wie schön es ist, solche unbeschwerten Abende verbringen zu können, wie schön das ist, solche Menschen in seinem Leben zu haben, Essen und Trinken genießen zu dürfen. Leichtigkeit.

Maren Kroymann hat mal gesagt: „Glück ist, wenn man merkt, dass etwas schön ist.“
Ja, das war ein echter Glücksmoment!

Von einem solchen Moment erzählt auch das etwas komplizierte Evangelium von der Verklärung Christi.

Es gibt dort mehrere besondere Situationen. Bemerkenswert finde ich gleich die Erste: Jesus steht mit Petrus und Jakobus auf einem Berg und wird „verwandelt“, so heißt es in der Geschichte. Jesus „leuchtet“ und seine Kleider werden „weiß wie das Licht“. Und als sei das nicht schon genug, erscheinen auch noch Mose und Elija und reden mit Jesus. Überwältigt sagt Petrus zu Jesus: „Herr, es ist gut, dass wir hier sind.“

Auch wenn Petrus kaum verstanden haben wird, was das alles bedeuten soll, merkt er schnell: Das ist ein Fotoalbum-Moment, etwas Bedeutendes - und Gutes.

Er will diesen Moment festhalten und schlägt vor, für Elija, Mose und Jesus je eine Hütte zu bauen.

Doch schlagartig ist der Augenblick vorbei, es ertönt eine Stimme aus den Wolken, Petrus und Jakobus fallen zu Boden und als sie wieder aufstehen, ist alles vorbei.

Es ist unmöglich, solche Momente festzuhalten. Und gleichzeitig bleiben sie: Im Herzen, im Gedächtnis, auf Fotos, in Erzählungen. Ja, Glück ist, wenn ich merke, dass etwas schön ist.

Ich will sie wahrnehmen, ich will sie verkosten, genießen, diese Augenblicke, und tief in mich aufnehmen.

Sie sind wie das weiße, lichte Gewand Jesu: Helle Momente, die ich in dunkleren Zeiten hervorholen kann.

Katharina Leniger

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