Wie schön doch wieder die Farben leuchten, da es jetzt Herbst wird. Und von Tag zu Tag entwickeln sich neue Farben, verändern sich, entwickeln sich, werden noch bunter und vielleicht sogar leuchtender. An manchen Tagen braucht es lange bis die Sonne durchkommt, immer später erst wird es hell und manchmal sind dann da und dort auch noch Nebelschwaden und an manchen Tagen kommt die Sonne gar nicht durch, dann ist alles nur gedämpft zu sehen, auch schön auf seine Weise.
Wie lange wird es so gehen, irgendwann ist auch diese Pracht vorbei und alles wird nur noch kahl in Luft sich strecken können. Es ist der Lauf der Dinge. Für manch einen Menschen ist dann all die Schönheit dahin, andere werden auch dann noch viel Schönes entdecken können. Die Menschen sind unterschiedlich, nicht nur im Blick auf die Natur, die uns umgibt. Auch die ganze Einstellung im Leben ist von diesen Unterschieden geprägt.
Erst dieser Tage ist mir wieder ein Kollege untergekommen, der immer nur raunzt und im Grunde schon gar nicht anders mehr kann als zu raunzen und an allem etwas auszusetzen. Gott sei Dank gibt es auch die anderen, die einfach Freude am Leben ausstrahlen und das in fast allen Situationen ihres Lebens. Sie sind ein richtiger Lichtblick auch für ihre ganze Umgebung. Sie strahlen auch wenn die Sonne sich verbirgt. So ein Mensch muss jene Frau gewesen sein, die ich vor einigen Tagen zusammen mit ihren Angehörigen und mit vielen vielen Freunden und Freundinnen zu Grabe geleiten musste. Ein Aneurysma ließ sie mitten im Leben innerlich verbluten. Gerade noch war sie mit einem Freund zu einem Fest unterwegs, freute sich riesig, dabei sein zu dürfen und dann …
So traurig wie diese Beisetzung auch war, so schön war es doch auch, von dieser Frau zu hören, die voller Leben war, Freude ausstrahlte und ansteckend wirkte auf ihre ganze Umgebung. Ein echter Verlust für so viele Menschen, aber zugleich auch eine Mutmacherin zum Leben und zur Freude im Hier und im Jetzt.
Ich wünsche uns allen etwas von dieser Freude, gegenwärtig zu leben, die schönen Dinge des Lebens zu entdecken, sich ihrer zu freuen und davon auch einander zu künden.
Werner Vollmuth

