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Staunen

„Manche kommen aus dem Staunen nicht heraus, manche nie hinein!“ Dieser Satz von Elfriede Gerstl begegnet mit immer wieder an einem meiner Urlaubsorte in Österreich. Und jedes Mal denke ich bei mir: Gut, dass ich zu jenen gehöre, die staunen können auch über kleine und unscheinbare Dinge, die mir da und dort begegnen.

Da ein Sonnenaufgang, dort ein Sonnenuntergang, da ein besonderer Baum, dort auch nur ein ungewöhnliches Blatt, ein leichter Lufthauch bei der großen Hitze.

Es gäbe so vieles, worüber ich ins Staunen komme, das manche gar nicht wahrnehmen. Bisweilen spüre ich, dass andere sogar darüber lächeln und vielleicht sich hintenherum lustig machen darüber, wenn ich solche Dinge dann auch mal ins Wort bringe. Ehrlich gesagt, bedauere ich solche Menschen, weil ihnen da doch so vieles entgeht, worüber sie sich freuen könnten. Zu jeder Jahreszeit gibt es diese kleinen unscheinbaren Wunder, die uns erfreuen können, wenn wir denn einen Blick dafür haben.

Was wohl der Grund sein mag, dass es Menschen gibt, die nicht staunen können? Ob wohl einer glaubt, dass es Wichtigeres gibt und er sich deshalb nicht mit so kleinen Dingen aufhalten will. Oder ob wohl manch einer zu beschäftigt ist womit auch immer, so dass er für jene Kleinigkeiten keinen Sinn entwickeln konnte? Oder ob wohl jemand zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, dass ihm der Blick darüber hinaus verstellt ist.

Ich wage nicht, da über andere zu urteilen. Es tut mir nur leid für sie und ich wünsche ihnen, dass sie ihre Augen für die kleinen Wunder des Alltags öffnen können, damit sie auch ins Staunen kommen. Es muss ja nicht gleich so sein, dass sie gar nicht mehr aus dem Staunen heraus kommen, aber dass sie doch wenigstens ab und zu ins Staunen kommen.

Ich wünsche uns allen gerade jetzt für die Zeit des Sommers und des Urlaubs die nötige Muse, um das Staunen zu üben und darüber den Schöpfer zu loben.

Werner Vollmuth

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