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Zwischen den Jahren

„Zwischen den Jahren“ ist in unserem Sprachgebrauch ein feststehender Ausdruck, der die Zeitspanne zwischen den Weihnachtsfeiertagen und dem Neujahrstag bezeichnet. Doch nicht nur unser Kalenderjahr kennt solche Zwischenzeiten, sondern auch das Kirchenjahr und das Schul- bzw. Arbeitsjahr. Oftmals sind es die Zwischenzeiten, die wir als Zeiten der Erholung nutzten, wie die nun bald anstehenden Sommerferien oder auch die geschätzten Zwischenzeiten, die unseren Arbeitstag untergliedern – die Pausen.

Sie unterbrechen unsere Arbeit und ermöglichen uns eine Zeitspanne der Erholung. Gerade in der Schule spielen Pausen eine große Rolle, dann dürfen die Schülerinnen und Schüler mit ihren Freunden spielen und so viel „schwätzen“ und lachen, wie sie wollen. Auch bei den „Großen“ am Arbeitsplatz ist das nicht viel anders, wie schön ist doch für viele die Kaffeepause und ein Plausch mit den Lieblingskollegen. Selbst in Klöstern gibt es solche Erholungszeiten, in denen die Gemeinschaft zusammenkommt. Hier wird diese Zeit als „Rekreation“ bezeichnet. Das Wort Rekreation setzt sich aus der lateinischen Vorsilbe „re“, was so viel bedeutet wie „wieder/zurück“ und dem Verb „creare“, was so viel bedeutet wie „schöpfen/schaffen“ zusammen und meint damit im wörtlichen Sinne den Ursprungszustand wieder herzustellen, das heißt übertragen auf die Erholung die „Akkus“ wieder aufzufüllen.

Damit das gut gelingen kann, braucht es Momente, in denen wir nicht nur unserem Körper Ruhe schenken, sondern auch unsere Seele baumeln lassen dürfen und ihr etwas Gutes tun.

In einem Lied aus dem Gotteslob (GL 465) heißt es:

„Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht.
Nun schenk uns deine Nähe und mach die Mitte gut,
Herr, zwischen Blühn und Reifen und Ende und Beginn.
Lass uns dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin.“

Die Zeit zwischen Blühen und Reifen bzw. Aussaat und Ernte, wird hier als „Wachstumszeit“ bezeichnet. So können auch für uns Zwischenzeiten wieder Wachstumszeiten sein, für das, was im Alltag vielleicht hinten herunterfällt oder vernachlässigt wird vor den vielen Herausforderungen, die uns täglich begegnen. Der Autor des Liedes rät uns dazu, an dieser Stelle Gottes Wort zu ergreifen. Ein Wort das aufrichtet, Kraft schenkt und zum Wachsen anregt. Wir sprechen nicht umsonst immer wieder vom „Schöpfungswort“ Gottes, das uns in Jesus zugesagt ist und von dem der Mensch letztendlich lebt und ausgeht.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen mit den Worten des obigen Liedes eine„gute Mitte“, eine gesegnete Zeit der Erholung und des Kraftschöpfens in diesen Sommermonaten.

Manuel Thomas, Domvikar

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