Mit Fasten verbinden viele Menschen den bewussten Verzicht auf bestimmte Genussmittel wie Alkohol oder Süßes, um dadurch auch ein paar Kilo abzunehmen.
Heil-fasten hat heute einen hohen Stellenwert.
Das Wort „Buße“ ist dagegen oft eher negativ besetzt und wird oft mit „asketischer Peitschenknallerei“ verbunden.
Dabei bedeutet „Askese“ wörtlich übersetzt einfach „Übung“ und meint das Ein- und Ausüben bestimmter Haltungen.
Das beginnt beim tiefen bewussten Ein- und Ausatmen.
Das kann bedeuten, ich achte auf all das, was mir gerade heute zu Ohren kommt an Klängen und Geräuschen, angefangen bei den Vogelstimmen am frühen Morgen bis zum Gelächter oder den Schreien der Kinder, das Säuseln des Windes, das Plätschern des Wassers, das Knistern des Feuers.
Ich nehme wahr, welche Bilder und Eindrücke meine Augen berühren, die bunten Lichtblicke im Alltags-grau, die farbenfrohen Bilder der allmählich erwachenden Natur, die Knospen an den kahlen Ästen, das blühende Leben der Kroküsse und Schneeglöckchen.
Wenn ich das Wort „Buße“ von „ Besserung“ ableite, dann soll es mir durch solche Übungen besser gehen an Leib und Seele. Wer sich am Abend eines Tages - bei einer Art innerer Tagesschau - an die drei besten Momente eines Tages erinnert und sie notiert, hat Ende März 93 gute Gründe zur Freude und zum Staunen, zum Loben und Danken. Was ist das für eine Verbesserung der eigenen Lebensqualität! In diesem Sinne wünsche ich ein fröhliches und ganzheitliches Fasten beim geduldigen, wiederholten Ein- und Ausüben.
Paul Weismantel

