Jedes Jahr suche ich nach einem Leitwort, das mich begleiten kann. Meist findet mich das Wort in den ersten Tagen des Jahres, wenn ich mir Zeit nehme zum Lesen der Weihnachtsbriefe und guten Wünsche zum Jahreswechsel. Manchmal dauert es, bis ein Wort ankommt und in mir klingt.
Das Motto des Katholikentages 2026 in Würzburg ist ein biblisches Wort (Mk 10,49b): „Hab Mut, steh auf!“
Die Jünger Jesu sind zuerst unmutig und abweisend. Das unüberhörbare Rufen des Blinden stört. Sie werden von Jesus korrigiert. Er bittet sie: Ruft ihn her. Sie gehorchen. In Jesu Namen rufen sie: „Hab Mut, steh auf!“
Mutmachworte, die aus der Enge von Blindheit, Abhängigkeit und Armut herausrufen. Sie machen nur Sinn, wenn da auch jemand ist, der mich hört und an meine größeren Möglichkeiten glaubt. Das ahnt der Blinde bei Jesus, reißt sich den alten Mantel vom Leib und geht blindlings auf Jesus zu.
„Hab Mut, steh auf!“
Ein Wort für 2026, das meine Trotzkraft (Christina Brudereck) weckt.
Es ist gut und richtig für sich und andere in der Not das Wort zu ergreifen, auch wenn es stört. Denn Störungen haben Vorrang.
„Hab Mut, steh auf!“
Gabriele Saft, Pastoralreferentin, Geistliche Begleiterin

